Berlin – Der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Kay Gottschalk rechnet damit, dass in den kommenden Tagen weitere Fälle von Überkreuz-Anstellungen in seiner Partei bekannt werden. „Ich denke, es werden noch welche kommen“, sagte er in der ARD auf die Frage nach weiteren Fällen von Vetternwirtschaft. Gottschalk betonte, die AfD müsse „in Zukunft mit diesen Vorgängen etwas transparenter umgehen“. „Weil immer, wenn sie etwas im Dunkeln halten, dann wird ja gemunkelt, dann wird spekuliert an der Stelle.“ Einer schärferen gesetzlichen Regelung (wie sie in Bayern gilt) werde sich die AfD nicht verschließen. „Das wird kommen.“
Neue Fälle gibt es auch im Westen. Nicht nur die Mutter, sondern auch die Schwester und der Stiefvater des rheinland-pfälzischen AfD-Fraktionsgeschäftsführers Damian Lohr arbeiten im parlamentarischen Raum der „Alternative“. So ist Lohrs Schwester Assistentin des hessischen AfD-Fraktionschefs Robert Lambrou. Lohrs Stiefvater arbeitet seit Januar 2022 für die AfD-Stadtratsfraktion im Wiesbadener Rathaus, wie Fraktionschef Denis Seldenreich der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Kürzlich war zudem bekannt geworden, dass die AfD-Landtagsfraktion im benachbarten Rheinland-Pfalz seit zehn Jahren Lohrs Mutter beschäftigt.