München – Fahrgäste müssen sich Ende dieser Woche erneut auf erhebliche Einschränkungen im Nahverkehr gefasst machen. Die Gewerkschaft Verdi ruft in 13 bayerischen Städten für Freitag und Samstag zum Warnstreik auf. Betroffen sind neben München auch Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt, außerdem Fürth, Bamberg, Passau, Landshut, Schwabach, Bayreuth, Schweinfurt und Dachau. Auch in anderen Teilen Deutschlands legen ÖPNV-Beschäftigte die Arbeit nieder.
Wie schon bei den vorhergehenden Streiks sind S-Bahnen, Regionalbahnen und Regionalbusse nicht betroffen – U-Bahn, Tram und städtische Busse dagegen schon. Die Münchner Verkehrsgesellschaft will einen Notfahrplan organisieren, Busse privater Unternehmen sollen einem Sprecher zufolge „stadtweit die Grundversorgung absichern“. Ob einzelne Trams und U-Bahnen fahren, hänge davon ab, wie viele Beschäftigte den Dienst antreten. In Dachau sollen alle Stadtbusse ausfallen.
Verdi fordert für die etwa 9000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen, für die der Tarifvertrag gilt, unter anderem eine Entgeltsteigerung um 668,75 Euro sowie eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Der Kommunale Arbeitgeberverband wies die Forderungen zuletzt als „nicht erfüllbar“ zurück. In der Verhandlungsrunde am 13. Februar war es zu keiner Annäherung gekommen.
Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft fordert, die Streiks zurückzunehmen. „Die Gewerkschaft überspannt den Bogen bei Weitem“, erklärt Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die Folgen für Pendler und Betriebe seien „in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation unseres Landes nicht hinnehmbar“.