München – Bayern will das erste Kernfusions-Kraftwerk der Welt bauen: Das hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gestern gemeinsam mit hochrangigen Vertretern aus Forschung und Energiewirtschaft bekannt gegeben.
In einem ersten Schritt soll Proxima Fusion einen Test-Reaktor in Garching bauen. Das Münchner Start-up ist eine Ausgründung des Max-Planck-Instituts für Plasmaforschung, eine der führenden Forschungsstellen im Bereich Kernfusion. Der Reaktor namens Alpha soll bis 2032 in Betrieb gehen und damit die letzte Stufe vor der kommerziellen Nutzung der Kernfusion schaffen. Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) sagte: „Wir waren Pionierstandort mit dem Garchinger Forschungsreaktor als erste kerntechnische Anlage in Deutschland vor 70 Jahren – und wir wollen jetzt Pionierstandort sein für den nationalen Demonstrationsreaktor zur Kernfusion.“
Sollte Alpha erfolgreich sein, will Proxima Fusion gemeinsam mit dem Energieriesen RWE den AKW-Standort Gundremmingen wiederbeleben: Hier soll Ende der 2030er-Jahre der erste Fusionsreaktor der Welt – Arbeitstitel Stellaris – Strom ins Netz speisen.
Der Freistaat verspricht für Alpha 400 Millionen Euro. Damit das Projekt fliegt, bräuchte es weitere 1,2 Milliarden vom Bund. Die Grünen in Bayern sprechen von einer „Steuerverschwendung sondergleichen“. Die Forschung laufe seit 70 Jahren – und verspreche ebenso lang den Durchbruch „in 20 Jahren“. Der Freistaat müsse „vielversprechende Lösungen anschieben“, die schon heute wirken, „beispielsweise Batteriespeicher und die Entwicklung von grünen Wasserstoffkraftwerken.“MAS»KOMMENTAR/WIRTSCHAFT