München – Das Vorhaben von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die Förderung für kleine Solaranlagen komplett zu streichen, sorgt für viel Kritik. Vor allem Bayerns Eigenheimbesitzer haben in den vergangenen Jahren viel zum Gelingen der Energiewende beigetragen; von den 4,2 Millionen privaten Photovoltaik-Anlagen bundesweit sind 1,3 Millionen in Bayern installiert. Jetzt droht für alle neuen Anlagen der Wegfall der staatlichen Einspeisevergütung und damit ein wichtiger Beitrag für die Investitionssicherheit der Hausbesitzer, warnt der gemeinnützige Verband Wohneigentum. „Privatpersonen sind bislang wichtiger Akteur bei der Solarstromerzeugung. Diese Initiative wird ausgebremst, was ein fataler Rückschritt für die private Energiewende ist“, warnt Verbandspräsident Peter Wegner.
Betreibern von kleinen Solaranlagen garantiert der Staat für 20 Jahre einen fixen Preis, wenn sie überschüssigen Strom ins Netz einspeisen. Diese Einspeisevergütung ist bereits stark reduziert worden. Derzeit beträgt sie noch 7,87 Cent pro Kilowattstunde für neue Anlagen und sinkt jedes halbe Jahr um ein Prozent. Das ist weit weniger, als Strom aus dem Netz kostet. Für Anlagenbetreiber ist es also oft rentabler, den Strom selbst zu nutzen. Experten betonen allerdings die Bedeutung der garantierten Einspeisevergütung als Investitionsanreiz.
Ministerin Reiche verweist hingegen auf die Belastung für die Steuerzahler: „Anlagen, die sich selbst wirtschaftlich tragen, brauchen keine dauerhafte Subvention.“ Der Förderstopp soll 2027 in Kraft treten. Für bis dahin installierte Anlagen dürfte Bestandsschutz gelten. » GELD & MARKT