US-Präsident Donald Trump empfängt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstagabend im Weißen Haus. © Kay Nietfeld/dpa
München/Washington – US-Präsident Donald Trump erwartet eine schnelle Kapitulation des iranischen Regimes. Von Deutschland erwartet er nicht, Soldaten zu entsenden. Das sagte er am Dienstagabend bei einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Weißen Haus. „Wir fragen nicht nach Bodentruppen“, sagte er zu Merz. Deutschland leiste insgesamt einen „großartigen, fantastischen“ Beitrag beim Militärbudget und im Kampf gegen illegale Migration. Zugleich kündigte er Gespräche über einen schnellen Handels-Deal an.
Trump sagte, die USA und Israel hätten den Iran angegriffen, um einem iranischen Schlag zuvorzukommen. „Es musste etwas getan werden.“ Das sei erfolgreich gewesen. Sowohl Marine als auch Luftwaffe Irans habe man ausgeschaltet. „Die haben keine Luftverteidigung mehr, denen wird es ziemlich übel ergehen jetzt.“ Skeptisch äußerte sich Trump über die Aussichten einer Machtübernahme von Kronprinz Reza Pahlavi. Hier gebe es andere Kandidaten. Über die massiven Energiepreis-Verwerfungen sagte Trump, der Ölpreis steige zwar derzeit, werde aber bald unter sein früheres Niveau sinken.
Merz hielt sich beim gemeinsamen Auftritt mit Trump erneut demonstrativ zurück, so lange Journalisten im Raum waren. Er betonte, man stehe auf der gleichen Seite und wolle „dieses grässliche Regime in Teheran weghaben“.
Der Krieg in der Region ging am Dienstag in voller Härte weiter. Israel griff neben Zielen im Iran erneut die Hisbollah-Miliz an und rückte im Grenzgebiet zum Libanon mit Bodentruppen vor, um eine Pufferzone zu Israel zu errichten. Wegen der anhaltenden Luftangriffe sind nach Angaben der Vereinten Nationen zehntausende Libanesen auf der Flucht.
Die Bundesregierung will heute ihre Rückholaktion für Kinder, Kranke und Schwangere starten. Ein erster Flug sei nach Maskat geplant, der Hauptstadt des Oman, kündigte Außenminister Johann Wadephul (CDU) an. Weiterhin sitzen zehntausende Urlauber im Nahen Osten fest. Gestern landete am frühen Nachmittag eine erste Emirates-Maschine mit Tui-Urlaubern in Frankfurt, am Abend eine weitere in München.CD/WHA
»POLITIK/BLICKPUNKT