München – Angesichts der weiteren Eskalation im Nahen Osten sind die Spritpreise über die Marke von zwei Euro geklettert. Diesel kostete laut ADAC am Mittwochmorgen im Schnitt 2,05 Euro, Super E10 1,99 Euro. Die FDP fordert deshalb eine Neuauflage des Tankrabatts. „Gerade Menschen in dörflichen und kleinstädtischen Milieus sind von den hohen Preisen maßgeblich betroffen“, sagte Michael Ruoff, Vorsitzender der Bayern-FDP, unserer Zeitung. Die Bundesregierung müsse jetzt handeln. „Daher fordern wir die dauerhafte Senkung der Energiesteuern auf das europarechtlich zulässige Minimum – als kurzfristige Sofortmaßnahme aber eine Senkung um mindestens zehn Cent pro Liter.“
Die Bundesregierung debattiert derzeit über Maßnahmen zur Senkung der Spritpreise. Union und SPD wollen dazu im Bundestag eine Arbeitsgruppe einsetzen. Auch der Autoclub ADAC spricht sich für eine vorübergehende Absenkung der Energiesteuer aus. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht dafür bisher jedoch keinen Anlass: „Das steht nicht auf der Agenda.“
Zuletzt waren die Kraftstoffpreise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine über die Marke von zwei Euro gestiegen. Damals wurden die Spritsteuern auch auf Druck der FDP bei Diesel um 17 und bei Super um 35 Cent abgesenkt. Der Ökonom Manuel Frondel vom RWI Essen hält eine Neuauflage „aus ökonomischen und ökologischen Gründen für einen Fehler“. Laut seiner Analyse gaben die Tankstellen im Juli und August 2022 nur die Hälfte des Rabatts weiter. In einkommensstarken Bundesländern wie Bayern kam demnach besonders wenig Nachlass bei den Autofahrern an.HÖSS