Berlin – Die Bezüge für die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland steigen zum 1. Juli kräftig. Wie Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) erklärte, beträgt das Wachstum 4,24 Prozent und fällt damit höher als erwartet aus. Grund ist demnach die günstigere Entwicklung der Löhne, an die die Renten gekoppelt sind. Mit der Erhöhung liege die Rentenanpassung zum vierten Mal seit fünf Jahren bei über vier Prozent.
„Durch die Kopplung der Renten an die Löhne stellen wir sicher, dass die Rentnerinnen und Rentner an der Wohlstandsentwicklung der arbeitenden Bevölkerung teilhaben“, sagte Bas. „Ordentliche Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben.“
Bas verwies auf das im vergangenen Jahr verabschiedete Rentenpaket, welches das Niveau bis 2031 bei 48 Prozent festschreibt. Laut ihrem Ministerium bedeutet die nun angekündigte Erhöhung für eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren einen Anstieg von 77,85 Euro im Monat. Die Erhöhung muss nun noch durch das Bundeskabinett und den Bundesrat.
Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung (DRV), Gundula Roßbach, sprach von einer „guten Nachricht“. Noch im Dezember war lediglich mit einem Plus von 3,73 Prozent gerechnet worden. Mit der vorgesehenen Erhöhung steigen die Bezüge wohl spürbar stärker als die Inflation. Zu Jahresbeginn hatten die Verbraucherpreise um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen. Vor allem Preise für Lebensmittel und Benzin steigen.