München – Ministerpräsident Markus Söder spricht sich dafür aus, die Erdgasförderung in Deutschland voranzutreiben. Der aktuelle Konflikt im Nahen Osten belege die Notwendigkeit, sagte er unserer Zeitung. „Wir müssen in Deutschland endlich selbst mehr eigene Energie produzieren. Nur so werden wir bei der Energieversorgung unabhängiger.“
Der CSU-Chef verwies auf Erdgasvorräte in Norddeutschland, die „für mehrere Jahrzehnte“ reichen würden. „Wir müssten sie nur nutzen.“ Andernfalls drohe „eine neue Abhängigkeit von teurem Fracking-Gas aus den USA und den internationalen Lieferwegen“. Man könne nicht „über die internationalen Preise jammern und uns zugleich der Förderung der eigenen Energievorräte grundlegend verweigern“. Wolle man international konkurrenzfähig bleiben, brauche es einen Energiemix: „Von den Erneuerbaren Energien über Zukunftstechnologien wie Kernfusion bis zu den Gasvorkommen.“
Zuletzt hatte bereits Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) für eine stärkere Gasförderung plädiert. Die Bundesregierung wolle diese „nicht weiter behindern“. Deutschland verfügt über erhebliche Schiefergasvorkommen. Die Förderung mit der Fracking-Methode, bei der in tief liegenden Gesteinsschichten enthaltenes Gas mit Chemikalien und Druck extrahiert wird, ist seit 2017 in Deutschland allerdings verboten. »WIRTSCHAFT