München – In München wird das Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters überraschend eng – offenbar haben die Schlagzeilen rund um OB Dieter Reiter (SPD) Spuren hinterlassen. Reiter gewann zwar mit 35,6 Prozent der Stimmen vor Dominik Krause (Grüne), der auf 29,5 Prozent kam. Interessant ist jedoch der Unterschied der Ergebnisse von Briefwahl und Wahltag. An den Wahlurnen am gestrigen Sonntag lag Krause mit 32,6 zu 30,8 Prozent vor Reiter. CSU-Kandidat Clemens Baumgärtner landete mit 21,3 Prozent abgeschlagen auf Platz 3.
Reiter zeigte sich nach dem „für mich enttäuschenden Wahlabend“ demütig. „Ich habe in den letzten Wochen ein, zwei Fehler gemacht“, sagte der SPD-Politiker. Dabei ging es zum einen um seine Ämter beim FC Bayern, die er sich nicht vom Stadtrat hatte genehmigen lassen. Zumindest für seinen Posten als Verwaltungsrat hatte Reiter 20.000 Euro im Jahr bekommen. Außerdem hatte er bei einer Sitzung des Stadtrats das „N-Wort“ benutzt, während er in der Tagesordnung blätterte. Für beides hatte er sich zuletzt entschuldigt. Bis zur Stichwahl am 22. März will der OB „verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückgewinnen“. Krause sagte, er bleibe bei seinen Kernthemen Klimaschutz, bezahlbares Wohnen und Mobilitätswende. „Dafür werden wir jetzt jeden Tag rund um die Uhr auf der Straße stehen.“
Insgesamt brachte der Wahlabend viele Stichwahlen, etwa in Nürnberg, Augsburg und Landshut. Der CSU droht der Verlust des Landratsamts in Miesbach, das in Bad Tölz könnte sie aber zurückerobern. Überraschung in Garmisch-Partenkirchen: Amtsinhaberin Elisabeth Koch (CSU) verlor gegen Daniel Schimmer (FW).MIK