München – Bayerns Beamte erhalten mehr Geld – aber mit einem halben Jahr Verzögerung. Nach Informationen unserer Zeitung hat sich die Staatsregierung am Abend verständigt, die Tarifeinigung im öffentlichen Dienst der Länder in voller Höhe zu übernehmen, aber zwei Schritte um sechs Monate zu verschieben.
Damit erhalten unter anderem die bayerischen Polizisten und die Lehrer ab Oktober eine Erhöhung von 2,8 Prozent. Es folgen zum September 2027 weitere 2,0 Prozent. Die Verschiebung hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bereits in Aussicht gestellt, um den ausgeglichenen Haushalt zu sichern. Verbände und Gewerkschaften hatten sich darüber vehement beklagt. Ein dritter Schritt von 1,0 Prozent, ebenfalls Teil der Länder-Tarifeinigung, könnte auch in Bayern ohne Zeitverzug zum Januar 2028 folgen.
Bayern stehe klar zum Berufsbeamtentum, sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU) unserer Zeitung. „wir sind stolz auf unseren vorbildlichen und leistungsstarken öffentlichen Dienst.“ Er bestätigte die zeitversetzte Übernahme. „Die Haushaltslage ist auch in Bayern sehr angespannt“, dennoch klappe der Etatentwurf ohne neue Schulden. „Wir haushalten weiterhin solide und mit klarem Verantwortungsbewusstsein, gerade auch mit Blick auf die nächsten Generationen“, sagte Füracker. „Das gelingt nur mit vereinten Kräften, strikter Ausgabendisziplin und Konsolidierung – und dabei können die Personalkosten als größter Ausgabenblock nicht ausgenommen werden.“ Ein grundlegenderes Nachjustieren bei der Besoldung, in anderen Ländern durch ein Verfassungsgerichtsurteil erzwungen, hält Füracker in Bayern nicht für nötig.CD