Baywa-Sanierung in Gefahr

von Redaktion

Probleme mit der Erneuerbare-Energien-Tochter verzögern Schuldenabbau

München – Aufhübschen und Verkaufen: Das war der Plan der Baywa für ihre Erneuerbare-Energien-Tochter Baywa r.e. Doch dieses Vorhaben lässt sich nicht so umsetzen wie erhofft, was nun die gesamte Sanierung gefährdet. Sie gehe von „signifikant geringeren Gesamterlösen aus der Veräußerung“ ihrer Beteiligung aus, räumte die Baywa am Mittwoch ein. Dies erfordere „eine Anpassung im Sanierungskonzept“.

Die Baywa schlitterte nach einer schuldenfinanzierten Expansion im Sommer 2024 knapp an der Pleite vorbei. Im Mai 2025 konnte die Baywa nach langen Verhandlungen ein eigens erarbeitetes Sanierungskonzept bei allen Gläubigern und Aktionären durchsetzen. Darin verpflichteten sich die Großaktionäre, dem angeschlagenen Unternehmen 200 Millionen Euro frisches Kapital zu geben. Die Banken stimmten in einem Stillhalteabkommen zu, ihre Baywa-Kredite bis 2028 zu verlängern, damit das Traditionshaus nicht erneut in Finanzprobleme gerät. Im Gegenzug verpflichtete sich der Münchner Agrarriese zu einem harten Sparkurs, dem Abbau von 1300 Stellen und dem Verkauf von Beteiligungen. So sollten vier Milliarden Euro an Schulden an die Banken zurückgezahlt werden. Fast die Hälfte davon sollte durch den Verkauf der Baywa r.e. kommen, der weiter für das Jahr 2028 geplant ist.

Weil die auf Solar- und Windkraft spezialisierte Baywa r.e. selbst in großen Problemen steckt, dürfte der Verkauf weniger einbringen, weshalb der Sanierungsplan nachverhandelt wird. Laut Insidern geht es dabei darum, ob Banken auf Forderungen verzichten. Auch noch härtere Sparmaßnahmen bei der Baywa sind im Gespräch.HÖSS»WIRTSCHAFT

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