S-Bahn: Takt ausgedünnt

von Redaktion

Mehrere Linien betroffen – Forderung nach mehr Geld für den Regionalverkehr

München – Der Freistaat hat durch Abbestellungen den S-Bahn-Verkehr in den Außenästen in der Früh und in der Nacht ausgedünnt. Das zeigt eine Auflistung von gestrichenen Zugverbindungen, die unserer Zeitungsgruppe und dem BR vorliegt. Unter anderem bei der S1 wurden sechs Verbindungen bereits ab Ende 2024 gestrichen, bei der S2 zehn, bei der S3 zwei und bei der S8 vier Fahrten täglich oder am Wochenende.

Die S-Bahn spricht von „Anpassungen“ in den „Randzeiten“. Betroffen seien „schwach nachgefragte Fahrten mit teilweise einstelligen Reisendenzahlen“. Das bayerische Verkehrsministerium betonte, es habe 2023 deutliche Verbesserungen im Fahrplanangebot gegeben. Die Ausdünnungen seien dann „im Rahmen üblicher Optimierungen“ erfolgt. Allerdings sind auch Fahrten gestrichen worden, die mitten am Tag stattfanden. Teilweise entfielen Verstärkerfahrten für den 20-Minuten-Takt, teilweise wenden S-Bahnen auf den Außenästen jetzt vorzeitig, sodass für die Endbahnhöfe ein 40-Minuten-Takt entstanden ist. In der Branche wird damit gerechnet, dass das erst der Anfang ist, wenn es nicht gelingt, mehr Geld für die S-Bahn zu organisieren. Der Bund müsse die Regionalisierungsmittel für die Bundesländer erhöhen, fordert Marco Kragulji, Landeschef von Pro Bahn. Der Umstieg auf die Bahn müsse in Zeiten stark steigender Benzinpreise unterstützt werden. Am Montag findet im Landtag ein Gipfel mit Bahnchefin Evelyn Palla über „Herausforderungen und Perspektiven“ des Bahnverkehrs statt.DW» BAYERN

Artikel 1 von 11