München – Das bayerische Schienennetz schneidet im bundesdeutschen Vergleich besonders schlecht ab. Es gebe im Freistaat derzeit 100 sogenannter Langsamfahrstellen, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU). „Das ist ein Rekordwert.“ Nach Angaben von Bahnchefin Evelyn Palla ist das Bahnnetz nur in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein in vergleichbar schlechtem Zustand. Auf Einladung des Bayerischen Landtags kam Palla gestern zu einem Krisengipfel nach München. Die Bahn müsse „raus aus dem Krisenmodus“, sagte Palla. Das gehe aber „nicht von heute auf morgen“, sondern dauere „mit Sicherheit noch zehn Jahre“. Bernreiter sagte, Ziel müsse sein, die Langsamfahrstellen, die die Züge zu Tempolimits zwingen, bis 2028 abzubauen. Zudem seien auf einem Viertel der bayerischen Bahnstrecken Notfahrpläne in Kraft, unter anderem auf der Strecke München–Hof. Auch hier müsse die Bahn besser werden.
Umstritten ist unter anderem ein Vorschlag der Bahn, zur Entlastung der Strecken einzelne Verbindungen zu streichen. Das findet indes nicht die Zustimmung des Freistaats. Es müsse schon „prinzipiell der Status quo erhalten“ werden, sagte Bernreiter. Eine Neuigkeit betrifft die geplante Sanierung der Bahnstrecke zwischen München-Ost und Rosenheim, die 2028 nach Vorstellung der Bahn fünf Monate komplett gesperrt werden sollte. Unternehmen warnen vor einer Schädigung der Wirtschaft. Hier ist die Bahn nach langem Drängen jetzt kompromissbereit. Im Gespräch ist, die Strecke höchstens zwei Monate am Stück zu sperren und in Etappen zu sanieren.DW
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