München – Die Lufthansa will in München weiter wachsen – und zusammen mit dem Flughafen München offenbar ein viertes Terminal bauen. Das deutete Lufthansa-Chef Carsten Spohr als Gast auf dem Heimatempfang des bayerischen Finanzministeriums an. Er könne sich beim Satellitenterminal, das zum Terminal 2 gehört, „eine Erweiterung vorstellen“. Näheres könnte es am kommenden Montag geben – dann findet am Flughafen ein Festakt zu 100 Jahre Lufthansa statt.
Planungen, das Satellitenterminal zu erweitern, gibt es schon seit 2019. Die Corona-Pandemie stoppte die Ausbauplanung aber. Im Januar bestätigte der Flughafen dann, es sei ein sogenannter T-Stiel geplant – eine Erweiterung des Satelliten auf dem Vorfeld des Terminals 2 Richtung Osten. Die Erweiterung soll für zehn Millionen Passagiere im Jahr konzipiert werden. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 zählte der Flughafen München 43,4 Millionen Fluggäste. Am Terminal 1 hat der Flughafen schon einen Anbau errichtet, er wird im April eröffnet. Auch den Bau der 3. Startbahn will Spohr nicht aufgeben – im Gegenteil: „Wir schulden es der nächsten Generation, dass wir diese Option offen halten.“
Der Fraktionsvize der Grünen im Landtag, Johannes Becher, ist alarmiert. „Das ist Größenwahn“, kommentierte er die Ankündigungen gegenüber unserer Zeitung. Zusätzliche Kapazität erhöhe den Druck, auch eine 3. Startbahn zu bauen. Die hänge „wie ein Damoklesschwert“ weiter über der Region. Bis 2028 gilt ein Moratorium, das den Baustart verhindert. Gegen das gültige Baurecht sind parallel auch noch Klagen anhängig.DW
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