Berlin – Die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung könnte für viele Familien spürbar teurer werden. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Koalitionskreise meldete, gibt es in der Bundesregierung Gespräche darüber, die kostenlose Mitversicherung für Ehepartner abzuschaffen. Wer bisher kostenlos mitversichert war, solle demnach künftig einen Mindestsatz von etwa 225 Euro im Monat zahlen. 200 Euro würden an die Krankenversicherung, 25 an die Pflegeversicherung gehen. Das könnte die Kassen um einen niedrigen einstelligen Milliardenbetrag im Jahr entlasten. Ausnahmen soll es für Menschen mit kleinen Kindern unter sechs Jahren oder pflegebedürftigen Angehörigen geben.
Die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung werde voraussichtlich ein zentraler Baustein der Reformen bei Gesundheit und Pflege, berichtete die Zeitung. Die Maßnahme solle das Milliardendefizit der Kassen verringern und zugleich den Anreiz erhöhen, einen Job anzunehmen.
Kommende Woche wird eine von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Expertenkommission Vorschläge zur Stabilisierung der Kassenbeiträge präsentieren. In der Bundesregierung laufen aber bereits parallel Gespräche über mögliche Reformen. Warken wollte gestern den Bericht über die Mitversicherung nicht kommentieren. Die Kassen selbst sehen eher ein Ausgaben- als ein Einnahmenproblem.