Schröder ruft SPD zu „neuer Agenda-Politik“ auf

von Redaktion

Hannover – Altkanzler Gerhard Schröder rät seiner Partei, der SPD, zu einem konsequent wirtschaftsfreundlichen Reformkurs, ähnlich wie bei seiner Agenda-2010-Politik – und dazu, sich von der Doppelspitze mit zwei Vorsitzenden zu verabschieden. Mit Blick auf die SPD-Niederlagen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sagte er der SZ: „Wir haben die Wirtschaft vernachlässigt, wir haben uns zu sehr mit Nebenthemen beschäftigt.“ Das Land brauche „eine neue Agenda-Politik, aber das kann nur klappen, wenn die SPD das mit echtem Willen und Mut angeht“.

Nur missmutig Reformen und kleinen Schritten zuzustimmen, sei der falsche Weg, betonte der 81-Jährige. Früher sei die Sozialdemokratie Treiber gesellschaftlichen Fortschritts und mutiger gewesen. So müsse man jetzt zwingend „die Frage des Rentenalters“ diskutieren, da die letzte große Rentenreform 20 Jahre her sei. Die SPD dürfe bei Reformen nicht ständig ein schlechtes Gewissen haben.

Zudem forderte Schröder, den Vizekanzler und Co-Vorsitzenden Lars Klingbeil zu stärken. Der sei „ohne Zweifel ein guter Mann“. Die zweite Co-Vorsitzende, Bärbel Bas, ließ Schröder unerwähnt. „Die Doppelspitze ist Quatsch, und ich würde sie wieder abschaffen“, sagte er.

Artikel 1 von 11