Spritpreise auf Jahreshoch

von Redaktion

Tankstellen ziehen noch einmal an – Ab heute nur noch eine Erhöhung täglich

München – Benzin und Diesel sind kurz vor Inkrafttreten des als Preisbremse gedachten Maßnahmenpakets der Bundesregierung noch mal teurer geworden. Der Tagesdurchschnitt für Super E10 kletterte laut ADAC am Montag um einen Cent auf 2,087 Euro je Liter, den bisher höchsten Stand des Jahres. Diesel kostete 2,295 Euro, 1,2 Cent mehr als am Sonntag. Am Dienstag lagen die morgendlichen Preisspitzen noch mal höher, mit 2,159 Euro für Super E10 und 2,368 Euro für Diesel.

Heute tritt eine Neuregelung für die Tankstellen in Kraft, nach der die Preise künftig nur noch einmal am Tag erhöht werden dürfen, um 12 Uhr. Vorbild ist eine ähnliche Regel in Österreich.

Auch andere Länder ergreifen Maßnahmen. Italiens Regierung hat die Steuern auf Benzin und Diesel gesenkt. In Polen gelten seit Dienstag tägliche Preisobergrenzen. Nach Angaben des Energieministeriums darf der Liter Benzin am Dienstag nicht mehr als 6,16 Zloty (etwa 1,44 Euro) kosten.

Die Preisdeckelung zog Tanktouristen aus Deutschland an. Am Dienstag bildeten sich an den Grenzübergängen schon lange Schlangen. Energieminister Milosz Motyka kündigte an, man werde das Ausmaß „beobachten“. Beschränkungen für Kraftstoffkäufe von Ausländern seien möglich. Polens Regierungschef Donald Tusk sagte, bislang habe man es noch nicht mit einem übermäßigen Tanktourismus aus Richtung Deutschland zu tun.

Unterdessen hat der EU-Energiekommissar die Mitgliedstaaten aufgefordert, die Nachfrage nach Treibstoff zu senken. Die Energiekrise könne sich verschärfen, daher sei „eine Senkung der Nachfrage tatsächlich notwendig“, sagte Dan Jörgensen.

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