Berlin – Der Großteil der Bevölkerung in Deutschland besitzt nur eine geringe Gesundheitskompetenz. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwoch berichtete, haben etwa vier Fünftel der befragten Frauen (81,3 Prozent) und Männer (81,0 Prozent) Schwierigkeiten beim Umgang mit Gesundheitsinformationen.
Das Problem: Eine niedrige Gesundheitskompetenz ist laut dem RKI häufig mit einem schlechteren Gesundheitszustand, mehr Krankenhausaufenthalten und einer stärkeren Nutzung der Notfallversorgung verbunden, während Früherkennungsuntersuchungen seltener in Anspruch genommen werden.
Zwischen den Geschlechtern bestehen generell keine bedeutsamen Unterschiede. Nur 3,4 Prozent der Frauen und 3,0 Prozent der Männer bescheinigen sich demnach selbst eine hohe Gesundheitskompetenz. Mit dem Alter nimmt der Anteil der Frauen mit geringer Gesundheitskompetenz tendenziell ab. Bei Männern zeigte sich dieser Trend nicht.
Die RKI-Analyse bestätigt auch Bildungsunterschiede. Menschen mit hoher Bildung haben demnach den niedrigsten Anteil an geringer Gesundheitskompetenz. Die Experten sehen daher einen „erheblichen Handlungsbedarf zur Förderung der Gesundheitskompetenz“.