München – Die ungebremsten Angriffe auf Häfen und Raffinerien in Nahost lassen die Preise für Kraftstoff weiter steigen. Am Ostersonntag kostete ein Liter Diesel im Bundesdurchschnitt 2,440 Euro, ein neues Rekordhoch. Laut ADAC hat Diesel nach dem Start der neuen Preisregelung für Tankstellen am Mittwoch jeden Tag ein neues Allzeithoch erreicht. Der Club kritisierte die Regel deutlich: Es bestätige sich zusehends, „dass Mineralölkonzerne die einmal tägliche Erhöhungsmöglichkeit für einen Risikozuschlag nutzen“.
Damit werden die Rufe nach Entlastungen lauter: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) brachte in der „Augsburger Allgemeinen“ eine zeitweise Erhöhung der Pendlerpauschale ins Spiel: „Das entlastet zielgenau die, die auf das Auto angewiesen sind. Wir überlegen in der Koalition auch, die Stromsteuer für private Haushalte zu senken.“ Kritik gab es vom Arbeitnehmer-Flügel der CDU: „Eine höhere Pendlerpauschale entlastet nicht unmittelbar im Geldbeutel – und sie hilft insbesondere Menschen mit kleinen Einkommen kaum“, so der Bundesvorsitzende Dennis Radtke gegenüber den Funke-Medien. Radtke forderte stattdessen unter anderem eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel auf null Prozent.
Martin Burkert, Chef der Bahn-Gewerkschaft EVG, ist dagegen für günstigeren Schienenverkehr: „Anstatt sich von den Öl-Konzernen an der Nase herumführen zu lassen, muss die Politik neben einer Übergewinnsteuer das Staatsunternehmen Deutsche Bahn nutzen“, so Burkert in der „Bild am Sonntag“. „Ein befristeter Rabatt von 30 Prozent auf das Deutschlandticket“ böte schnelle Entlastung.