Wirbel um neue Flughafen-Zahlen

von Redaktion

Geheime Prognose: 67 Millionen Passagiere im Jahr 2040 – Ärger zwischen CSU und FW

München – Vor einem Festakt am Montag gibt es Ärger zwischen CSU und FW über geheim gehaltene Verkehrsprognosen zum Flughafen München. Der Freie-Wähler-Abgeordnete Benno Zierer kritisiert das bayerische Verkehrsministerium, weil es Daten über die zu erwartende Anzahl der An- und Abflüge für die Jahre bis 2033 nicht herausgibt. Die Prognose zu veröffentlichen, sei „ein Gebot der Transparenz und der Fairness“, heißt es in einem Brief Zierers an Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU). Das Schreiben liegt unserer Redaktion vor.

Der Streit ist akut, weil am Flughafen derzeit gleich zwei große Ausbauvorhaben Schlagzeilen machen. Am Montag soll der neue Flugsteig am Terminal 1, ein 360 Meter langer Anbau, mit einem Festakt eingeweiht werden. Dort sollen ab 21. April die ersten Flugzeuge andocken – als Erstes laut Flugplan übrigens ein Flieger von Sunexpress aus Izmir. Die Kapazität des Flughafens vergrößert sich so mit einem Schlag um sechs Millionen Passagiere jährlich – so viel wie am gesamten Flughafen Hannover abgefertigt werden. Zudem hat die Lufthansa jüngst ein weiteres Ausbauvorhaben veröffentlicht: einen Anbau am sogenannten Satelliten des Terminals 2.

In einer bisher kaum bekannten Prognose für das Bundesverkehrsministerium unterstellt das Fachbüro Intraplan für den Flughafen München 67,5 Millionen Passagiere im Jahr 2040, ein Drittel mehr als heute, nennt dazu aber keine Zahl für die Flugbewegungen. Kritiker argwöhnen, die andauernden Krisen in der Luftfahrt wie jüngst durch den Iran-Krieg rechtfertigten große Expansions-Szenarien nicht. Es solle künstlich Bedarf für eine 3. Startbahn geschaffen werden.DW»BAYERN

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