Bahnhofsmissionen in Bayern immer öfter gefragt

von Redaktion

München/Nürnberg – Die Hilfe der bayerischen Bahnhofsmissionen wird immer öfter benötigt – und der Unterstützungsbedarf komplexer. Die zwölf Einrichtungen im Freistaat verzeichneten im vergangenen Jahr einen Anstieg der Hilfeleistungen auf mehr als eine Million. Rund 620.000 Mal nahmen Menschen Kontakt mit den meist ehrenamtlichen Helfern auf – ein Plus von etwa zehn Prozent, wie der Katholische Verband IN VIA Bayern sowie die Diakonie Bayern mitteilten.

„Der Unterstützungsbedarf wächst – und wird zugleich komplexer. Viele Gäste sind mehrfach belastet; ihr Leben ist geprägt von Armut und Mangel, Krankheit und sozialer Isolation“, hieß es. Rund 86 Prozent der Hilfesuchenden befänden sich in besonders schwierigen Lebenslagen. „Immer mehr Menschen sind auf niedrigschwellige Hilfe angewiesen – und die Problemlagen werden vielschichtiger und für viele existenzieller“, schilderten Michelle Agler und Harald Keiser von der Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen. Deutlich zeige sich dies bei der gesundheitlichen Situation der Betroffenen. Bayernweit lag demnach der Anteil von Hilfesuchenden mit psychischen Auffälligkeiten im vergangenen Jahr bei rund 23 Prozent; das sind vier Prozentpunkte mehr als im Jahr davor.

Artikel 1 von 11