Lufthansa legt erste Flieger still

von Redaktion

Gründe: Streiks und Kerosinmangel – Vorzeitiges Aus für Tochter Cityline

München – Die Lufthansa stoppt angesichts hoher Treibstoffkosten und der derzeitigen Arbeitskämpfe ab sofort das Flugangebot der Tochtergesellschaft Cityline. Die „aktuelle Krise“ zwinge das Unternehmen, die schon länger geplante Maßnahme nun früher umzusetzen. Die Lufthansa verwies auf die deutlich gestiegenen Kerosinpreise, die sich seit dem Iran-Krieg „mehr als verdoppelt“ hätten.

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo versteht den Schritt als Bestrafung für die Streiks, die am Vortag noch die 100-Jahr-Feier des Konzerns begleitet hatten und auch am Donnerstag an deutschen Flughäfen wieder für hunderte Flugausfälle gesorgt haben. „Wir sind erschüttert und fassungslos“, erklärte Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit will am heutigen Freitag ihre Streiks bei Lufthansa und Cityline fortsetzen.

Als erster „unmittelbar wirksamer Schritt“ werden laut Lufthansa „ab übermorgen zunächst die 27 operativen Flugzeuge von Lufthansa Cityline endgültig aus dem Programm genommen, um weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft zu reduzieren“. Cityline hat derzeit rund 800 Beschäftigte.

Zudem sollen mit Ende des Sommerflugplans vier ältere Langstreckenflugzeuge die Flotte der Kernmarke Lufthansa verlassen. Im Winterflugplan sollen in einem dritten Schritt dann die Kapazitäten auf der Kurz- und Mittelstrecke um weitere fünf Flugzeuge reduziert werden. Zwar ist nach Konzernangaben der Kerosinverbrauch der Gruppe „auf Basis des Rohöl-Preises mit rund 80 Prozent überdurchschnittlich hoch abgesichert“. Die restlichen 20 Prozent müssten aber „zu den deutlich gestiegenen Marktpreisen gekauft werden“.

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