München – Mit einem Antrag bei der Regierung von Oberbayern sorgt ein Münchner Wirt für Wirbel. Denn er könnte das Oktoberfest nachhaltig verändern: Alexander Egger, bisher Wirt des kleinen Zelts Münchner Stubn, geht gegen die Vergabepraxis der Stadt vor. Wie unsere Redaktion erfuhr, haben Eggers Anwälte am 16. April einen „Antrag auf Nachprüfung ausschreibungsrelevanter Aspekte bei der Vergabe der Standflächen für die großen Festzelte“ bei der Vergabekammer eingereicht.
Ein Sprecher bestätigt auf Anfrage den Eingang des Antrags „gegen die Zuteilung des Paulaner-Festzelts und der Schottenhamel-Festhalle an die vorgesehenen Brauereien bzw. Wirte“. Auf diese großen Zelte mit hohen Millionen-Umsätzen hatte sich Egger mit seiner WE Gutshof GmbH heuer beworben. Die Stadt soll sich demnach ans europäische Vergaberecht halten, erklärte der Sprecher. „Dies würde grundsätzlich eine EU-weite Ausschreibung der Standplätze bedeuten.“ Würde Eggers Antrag stattgegeben, dürften sich künftig auch Wirte aus ganz Europa für die Zelte bewerben.
Eine Sprecherin des zuständigen Wirtschaftsreferats betonte, das Bewerbungsverfahren sei „mehrfach gerichtlich überprüft und bestätigt worden“. Man sehe „keinen Anhaltspunkt dafür, dass die Durchführung des Oktoberfestes gefährdet ist“.
Die Vergabekammer muss nun innerhalb von fünf Wochen entscheiden. Bis dahin dürfen für beide Zelte keine Zulassungsverträge abgeschlossen werden. Eggers Anwälte wollen notfalls klagen.
RMI/TG»MÜNCHEN