Berlin – Die Bundesregierung rechnet wegen der Folgen des Iran-Kriegs für dieses Jahr nur noch mit einem Mini-Wachstum in Deutschland und halbiert ihre Konjunkturprognose. Erwartet wird nun ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent – im Januar hatte die Bundesregierung noch mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet. „Die für dieses Jahr erwartete wirtschaftliche Erholung wird einmal mehr durch externe geopolitische Schocks ausgebremst“, sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). „Der Krieg im Iran treibt die Preise für Energie und Rohstoffe in die Höhe. Das belastet die privaten Haushalte und erhöht die Kosten für die deutsche Wirtschaft.“
Für 2027 erwartet die Bundesregierung ein Wachstum um 0,9 Prozent. Allerdings hänge die weitere wirtschaftliche Entwicklung wesentlich von den Entwicklungen des Konfliktes im Nahen Osten ab und sei mit „erheblichen Ungewissheiten“ verbunden. Reiche sagte, das Ministerium beschäftigte sich mit Szenarien, falls der Krieg länger andauert. Sie sehe aber keine Rezession in Deutschland. Versorgungsengpässe bei Treibstoffen wie Kerosin sieht die Miniksterin derzeit nicht. Sie kündigte aber für den Fall eines Mangels Gegenmaßnahmen an.
Helena Melnikov, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer, sagte: „Deutschlands Aufschwung ist nicht nur fragil, er ist akut gefährdet.“ Seit Beginn des Iran-Kriegs vor rund zwei Monaten ist es zu erheblichen Preissprüngen bei Öl und Gas gekommen. Grund dafür ist die faktische Blockade der für die weltweite Energieversorgung unverzichtbaren Straße von Hormus.