München – Der CSU-Vorsitzende Markus Söder stellt sich hinter eine mögliche Kandidatur von Ilse Aigner als Bundespräsidentin. „Die Union wird nach dem Sommer einen Vorschlag machen. Wenn Ilse Aigner möchte, hat sie meine volle Sympathie und Unterstützung“, sagte Söder im ausführlichen Interview mit unserer Zeitung. Die Bundesversammlung wählt dann Anfang 2027.
Diesmal wird damit gerechnet, dass die Wahl auf eine Frau fällt – erstmals in der deutschen Geschichte. Aigner hat Interesse am höchsten Staatsamt nie bestätigt und nie dementiert. Ein Sprecher sagte gestern, sie werde sich „weiterhin nicht an Personal-Spekulationen“ beteiligen.
Für sich kündigte Söder zudem einen Strategiewechsel in der Außendarstellung an. „Ich nehme Kritik immer an“, sagte er auch mit Blick auf Murren in der CSU nach den vielen verlorenen kommunalen Stichwahlen im März. „Aktuell verschärft sich die wirtschaftliche und außenpolitische Lage von Woche zu Woche – die Kommunikation muss sich natürlich dieser Lage anpassen.“ Er wolle bei seinen Auftritten im Internet authentisch bleiben. „Inzwischen weiß aber auch jeder, was ich gern esse. Daher gibt es wirklich andere Themen.“
Eine Kabinettsumbildung in Bayern stehe derzeit nicht an, machte er deutlich. Kontinuität bei den Ministern sei „auch das Erfolgsrezept der Regierungszeit von Edmund Stoiber“ gewesen.CD»KOMMENTAR/POLITIK