Bundesamt: Wieder mehr Kriegsdienstverweigerer

von Redaktion

Berlin – Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im ersten Quartal dieses Jahres haben bereits 2656 Menschen einen entsprechenden Antrag gestellt – mehr als im gesamten Jahr 2024, wie das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben mitteilte. Vor zwei Jahren gab es 2.249 solcher Anträge, im vergangenen Jahr insgesamt 3879.

Das Verteidigungsministerium, das einen deutlichen Personalaufwuchs bei der Bundeswehr anstrebt, sieht „kein Alarmzeichen“, wie eine Sprecherin in Berlin sagte. Der Trend sei „nicht so überraschend“. Gerade wegen des neuen Wehrdienstes beschäftigten sich mehr junge Menschen mit der Bundeswehr. Dass sich dann auch mehr für einen solchen Antrag entschieden, überrasche nicht. 2010, im letzten Jahr vor der Aussetzung der Wehrpflicht, wurden rund 131.000 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung gestellt.

Gestiegen ist seit 2022 auch die Zahl der Menschen, die ihre Kriegsdienstverweigerung widerrufen haben. 2021 wurden 304 entsprechende Verzichtserklärungen abgegeben, 2025 waren es 781. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden bereits 233 Widerrufe gezählt. Alter und Geschlecht der jeweiligen Antragsteller werden laut Bundesamt nicht erfasst.

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