5000 US-Soldaten verlassen Bayern

von Redaktion

Verteidigungsministerium will Stryker-Brigade aus der Oberpfalz abziehen

München – Nach den Drohungen vom Wochenende machen die USA offenbar ernst: Die US-Armee will 5000 Soldaten aus Bayern abziehen. Das melden sowohl die „Bild“ als auch der Bayerische Rundfunk. Demnach sollen die Soldaten aus der Stryker-Brigade die Stadt Vilseck verlassen. Dort, im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach, betreiben die US-Amerikaner den größten Truppenübungsplatz außerhalb der USA. Geschlossen wird der Standort aber wohl nicht – es verbleiben 8000 Soldaten, heißt es.

Mit Vilseck und dem nahe gelegenen Grafenwöhr leben derzeit mehr als 30.000 Amerikaner in der Oberpfalz. Der wirtschaftliche Einfluss der US-Streitkräfte auf die Region ist enorm. „Wir bieten den US-Soldaten und ihren Familien hier ein home, away from home, in dem sie ein angenehmes und sicheres Leben führen können“, sagte Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch unserer Zeitung. „Die etwa 3000 zivilen Beschäftigten gewährleisten einen reibungslosen Übungsbetrieb.“

Verteidigungsminister Boris Pistorius warnte vor Panikreaktionen. „Das muss man in Ruhe einordnen, es kommt nicht wirklich überraschend, vielleicht der Zeitpunkt“, sagte der SPD-Politiker bei einem Truppenbesuch in Munster. Das gelte auch für die Frage nach einer Stationierung von Mittelstreckenraketen mit konventionellen Sprengköpfen, die bis nach Russland reichen und als Abschreckung dienen sollten. Beim Nato-Gipfel vor zwei Jahren hatte der damalige US-Präsident Joe Biden Deutschland die Stationierung zugesagt. Dem Vernehmen nach will Donald Trump diese Zusage zurücknehmen. Pistorius betonte, diese Lücke müsse möglichst zügig geschlossen werden.

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