Söder: Bundeswehr statt US-Truppen

von Redaktion

Bayern fordert mehr Einsatz von Berlin – „Alternativen“ für Regionen nötig

München/Brüssel – Nach der Ankündigung eines Abzugs von 5000 US-Soldaten aus Bayern hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mehr Einsatz von der Bundesregierung dagegen gefordert. Er appellierte an Berlin, „nicht nur achselzuckend das zur Kenntnis zu nehmen“. Sowohl ein möglicher Truppenabzug als auch der mögliche US-Verzicht auf die Stationierung von Marschflugkörpern in Deutschland seien „ärgerlich und gefährlich“, sagte Söder am Rande einer bayerischen Kabinettssitzung in Brüssel.

Er sehe „nicht irgendeine Verantwortung irgendwo, nur den Wunsch, dass man sich halt engagiert“, ergänzte der CSU-Chef. Es sei eine „zentrale Stärke“, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) „einen exklusiven Draht zu Amerika hat – und das sollte auch in Zukunft so bleiben“. Wenn sich ein Abzug nicht vermeiden lasse, müsse man die Zahl reduzieren. Die AfD begrüßte dagegen den Truppenabzug.

Die Probleme seien teilweise in Berlin entstanden, sagte Söder. „Also müssen sie auch dort gelöst werden und im Zweifelsfall Alternativen für betroffene Regionen erdacht werden.“ Er sprach von einer möglichen „Kompensation von Bundesseite“ und schlug vor, zu überlegen, ob die Bundeswehr „die ein oder andere Standortentscheidung“ in der Zukunft „nachschärfen und vertiefen“ könne.

Auch die Lokalpolitik ist alarmiert. „Das kommt für uns einer kleinen Katastrophe gleich“, sagte Richard Reisinger (CSU), Landrat im Oberpfälzer Kreis Amberg-Sulzbach, zu dem Vilseck gehört. Die dort stationierte Stryker-Brigade soll von dem Abzug betroffen sein. Die Region profitiere wirtschaftlich enorm von dem Truppenübungsplatz.HOR/CAZ»BAYERN

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