Bayerin stirbt an Hantavirus

von Redaktion

Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff – Virologe fordert neue Regeln für Reedereien

Kap Verde/Passau – Eine Frau aus Passau gehört zu den drei Todesopfern, die sich auf einem niederländischen Kreuzfahrtschiff mit dem Hantavirus infiziert hatten. Laut „PNP“ war eine Freundin der 78-Jährigen von der Reederei informiert worden. Inzwischen sind zwei ebenfalls schwer erkrankte Besatzungsmitglieder aus Großbritannien und den Niederlanden von Bord geholt worden. Sie wurden mit Sanitätsflugzeugen nach Amsterdam geflogen. Auch eine Kontaktperson der Passauerin wurde vom Schiff geholt und in die Niederlande geflogen. Sie wurde von dort noch am Abend mit einem Hochsicherheitstransport in die Uni-Klinik Düsseldorf gebracht. Ob sie ebenfalls infiziert ist, sei noch unklar. Bislang zeige sie keine Symptome.

Für gewöhnlich wird das Hantavirus über Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Die Viren lösen meist schwere Atemwegserkrankungen aus. Nur bei einem seltenen in Südamerika verbreiteten Viursstamm ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich – dieses sogenannte Andenvirus wurde auf dem Schiff nachgewiesen. Nach Angaben der WHO waren anfangs 88 Passagiere und 59 Besatzungsmitglieder an Bord der „Hondius“. Sie geht bisher von drei Infektions- und fünf Verdachtsfällen aus. Das Kreuzfahrtschiff soll nun Kurs auf die Kanaren nehmen.

Der Münchner Virologe Alexander Kekulé fordert neue Hygienekonzepte für Reedereien. Die Passagiere von Kreuzfahrtschiffen würden viel Zeit auf engstem Raum miteinander verbringen. Ein einziger Schiffsarzt mit wenigen Assistenten müsse tausende Gäste betreuen. „Das reicht nicht, um hochansteckende Viren in Schach zu halten.“ »BAYERN

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