Flughäfen warnen vor Ausfällen

von Redaktion

Kerosinkrise: 20 Millionen Passagiere im Sommer von Streichungen bedroht

München – Millionen von Passagieren könnten dem Flughafenverband ADV zufolge im Sommer von Flugstreichungen betroffen sein. Angesichts drohender Lücken in der Versorgung mit Kerosin warnen die Flughäfen auch vor Preiserhöhungen. Besonders gefährdet seien Verbindungen von Billigfluglinien. „Es ist zu befürchten, dass vor allem bei Low-Cost-Airlines und touristisch weniger bedeutsamen Destinationen weitere Flüge gestrichen werden“, sagte ADV-Geschäftsführer Ralph Beisel der „Welt am Sonntag“.

„Das Best-Case-Szenario für 2026 ist eine Stagnation bei der Passagierentwicklung. Im Worst-Case-Szenario droht an manchen Flughäfen ein Kapazitätseinbruch von zehn Prozent. Hochgerechnet auf alle Flughäfen wären 20 Millionen Fluggäste betroffen“, so Beisel. Einige Ziele würden dann gar nicht mehr angeflogen, andere seltener und zu höheren Preisen. Einige Airlines hätten bereits wegen der gestiegenen Preise für Kerosin Flüge gestrichen.

Nach Einschätzung des Flughafenverbands drohen Flugausfälle daher nicht erst bei einer physischen Mangellage, sondern bereits vorher aufgrund der hohen Treibstoffkosten. „Die Kerosinpreise sind seit mehr als zwei Monaten doppelt so hoch wie vor dem Krieg. Wir rechnen auch in den kommenden Monaten nicht mit einer Normalisierung“, sagte Beisel. „Auch wenn Kerosin verfügbar ist, werden Airlines viele Flüge zu diesen Preisen nicht wirtschaftlich durchführen können.“

Zur Abmilderung der Folgen der Kerosinkrise fordern die Flughäfen staatliche Erleichterungen. „Kurzfristig braucht es eine Aussetzung der Luftverkehrssteuer, mittelfristig zumindest eine Halbierung“, forderte Beisel.

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