München – In der CSU-Spitze wird die Forderung nach einem Sonderparteitag zur Außenpolitik laut. „Wir sollten auf einem eigenen Sonderparteitag die neuen geopolitischen Antworten der CSU formulieren, von der Verteidigung bis zur Zukunft des Freihandels“, schreibt Parteivize Manfred Weber in einem internen Rundbrief, der unserer Zeitung vorliegt. Er kritisiert, dass sich die CSU zu wenig um die zentralen internationalen Themen kümmere. „Das Absingen von Hymnen bei Abiturfeiern ist wichtig, aber die Frage unserer zukunftsfähigen Verteidigungs- und Rüstungsfähigkeit sagt mehr über gelebten Patriotismus.“
Weber fordert von der CSU, sich in Bayern mehr um den Zusammenhalt und einen Zukunftsplan zu kümmern. „Wir brauchen wieder eine kraftvolle Bayernerzählung, die das Miteinander in den Mittelpunkt denkt: weniger Schulterklopfen, mehr Ambition.“ Viele soziale Gruppen fühlten sich derzeit nicht mehr richtig gehört. Weber kritisiert deutlich Berliner CSU-Schwerpunkte wie Mütterrente oder Gastro-Steuer. Das „Wohltaten“-Konzept habe die Wähler nicht überzeugt und komme zum Ende.CD»POLITIK