München – Im dritten Quartal dieses Jahres sind die Bruttolöhne in Deutschland erneut stärker gestiegen als die Verbraucherpreise. Daraus ergibt sich eine Reallohnsteigerung um rund 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Das ist der höchste Zuwachs im laufenden Jahr. In Bayern lag der Zuwachs mit 1,8 Prozent allerdings ein wenig tiefer als im Bund.
Die Reallöhne beschreiben die Entwicklung der Bruttolöhne (+4,9 Prozent) bereinigt um die allgemeine Preissteigerung oder Inflation, die im dritten Quartal 2,3 Prozent betragen hat. Ein höherer Reallohn bedeutet mehr Kaufkraft für den Empfänger. Nach erheblichen Verlusten in der Corona-Zeit und infolge des Ukraine-Kriegs steigen die Reallöhne seit dem Sommer 2023 wieder. Gründe sind eine abnehmende Inflation und höhere Lohnabschlüsse. Auch die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns von 12,82 Euro auf 13,90 Euro brutto pro Stunde trug zu der Entwicklung bei.
In Bayern stiegen die Nominallöhne im Bereich der Kommunikation und Information mit acht Prozent besonders stark. Bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen betrug das Plus 7,8 Prozent. Eher schwach gestiegen sind sie hingegen im Wirtschaftsbereich der öffentlichen Verwaltung, Bundeswehr und Sozialversicherung.
So erfreulich die Entwicklung ist – nach Einschätzung des Experten Malte Lübker von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung könnte sie sich im Zuge des Iran-Kriegs wieder umkehren. Das sei besonders bitter, weil die Reallöhne schon in der ersten Hälfte der 2020er-Jahre unter dem Strich stagniert hätten.