Stau: Italien zahlt Geld zurück

von Redaktion

Entschädigung auf Maut-Strecken auch für Urlauber – Brenner-Blockade ohne Probleme

Rom – In Italien gibt es künftig Geld zurück, wenn man auf einer gebührenpflichtigen Autobahn wegen einer Baustelle zu lange im Stau steht. Die neue Regelung tritt heute in Kraft, also vor Beginn der Hauptreisezeit. Wenn die normale Fahrzeit deutlich überschritten wird, muss der Betreiber die Maut unter bestimmten Bedingungen teilweise oder ganz zurückzahlen.

Die Entschädigung kann über eine App beantragt werden, in der alle Betreiber von privaten Autobahnen zusammengeschlossen sind. Autofahrer sollen bereits Geld zurückbekommen, wenn die Fahrt auf einer Strecke von knapp 100 Kilometern zehn Minuten länger dauert als üblich. Bei längeren Strecken muss die Verspätung größer sein. Bei mehr als zwei Stunden gibt es nach den Vorgaben der Verkehrsbehörde die gesamte Maut zurück. Die Regelung gilt auch für Urlauber.

Gezahlt werden muss erst, wenn der Erstattungsbetrag mehr als einen Euro beträgt. Die Autobahngesellschaft Autostrade per l’Italia rechnete beispielsweise vor, dass es 75 Prozent zurückgibt, wenn man auf einer 90 Kilometer langen Strecke 40 Minuten länger braucht als üblich. Bei einer Stunde wird dann alles erstattet. Kein Geld gibt es zurück, wenn es sich um sogenannte Notfall-Baustellen handelt, bei Unfällen oder bei wetterbedingten Störungen. Das neue System soll bis Dezember komplett einsatzbereit sein.

Bei der Brenner-Sperrung am Samstag blieb das befürchtete Chaos aus. Auch A8 und A93 in Bayern sowie Ausweichrouten wie die Tauernautobahn waren kaum befahren. „Damit haben wir nicht gerechnet, dass die Leute unsere Ratschläge so ernst nehmen“, sagte ein Sprecher der Polizei Oberbayern Süd.

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