Teheran/Berlin – Teheran hat offenbar die Verhandlungen mit den USA über ein Ende des Krieges in der Golfregion ausgesetzt. Die Entscheidung sei wegen der „anhaltenden Verbrechen“ Israels im Libanon getroffen worden, meldete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim am Montag. „Das iranische Verhandlungsteam setzt daher den Dialog und den Austausch von Mitteilungen über Vermittler aus“, berichtete Tasnim weiter. Teheran und seine Verbündeten seien außerdem entschlossen, „die Straße von Hormus vollständig zu blockieren und weitere Fronten zu aktivieren, darunter die Meerenge Bab al-Mandab“ am Zugang zum Roten Meer.
Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran schließe den Libanon mit ein, bekräftigte auch der iranische Außenminister Abbas Araghtschi in einem Beitrag auf der Plattform X. Am Sonntagabend hatte Araghtschi noch gesagt, die Verhandlungen mit den USA liefen weiter.
Unterdessen ist eine Reise von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) in den Libanon aus Sicherheitsgründen kurzfristig abgebrochen worden – im Landeanflug auf die Hauptstadt Beirut. „Aus militärischen Gründen“, teilte das Ministerium mit. Radovan wollte sich auf ihrem zweitägigen Besuch im Libanon ein Bild von den Auswirkungen des Krieges zwischen der Hisbollah und Israel machen und außerdem hochkarätige Gespräche führen. »POLITIK