Meschede – Nach tagelangen Spekulationen über einen möglichen Wechsel an der Spitze der Bundesregierung haben Kanzler Friedrich Merz und der als sein möglicher Nachfolger gehandelte nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (beide CDU) ihren Zusammenhalt demonstriert. Bei einem Treffen nordrhein-westfälischer CDU-Politiker im Sauerland wies Wüst die Wechselgerüchte erneut mit scharfen Worten zurück und sicherte Merz seine „volle Unterstützung“ zu.
„Solche Personalspekulationen sind nicht nur Quatsch, ich will auch ausdrücklich davor warnen“, sagte er Teilnehmern zufolge. Die Herausforderungen, vor denen Deutschland stehe, seien groß und Merz gehe sie als Kanzler entschlossen an. „Dabei hast du, lieber Friedrich, meine volle persönliche Unterstützung und die volle Unterstützung der gesamten CDU Nordrhein-Westfalen.“
In der vergangenen Woche hatte es mehrere Medienberichte gegeben, nach denen in der CDU über einen Kanzlertausch während der laufenden Legislaturperiode nachgedacht werde. Wüst wurde dabei als aussichtsreichster Nachfolgekandidat genannt. Hintergrund sind eine zunehmende Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit in der Bevölkerung und historisch schlechte Beliebtheitswerte des Kanzlers.
Eine knappe Mehrheit der Deutschen (53 Prozent) glaubt einer Umfrage zufolge nicht, dass die Union mit einem anderen Kanzler mehr Zustimmung hätte. In einer Forsa-Umfrage bejahten nur 41 Prozent der Befragten, dass das der Union helfen würde. Auch von den Anhängern von CDU/CSU glauben das nur 42 Prozent, 56 Prozent sind skeptisch.