1860 trennt sich von Investor

von Redaktion

Eskalation nach Zwangsabstieg – Präsidium kündigt Kooperationsvertrag

Ende einer Zweckehe? Für viele Fans der Blauen ist Hasan Ismaik ein rotes Tuch – sie verhöhnen ihn mit einer Verbots-Fahne. Auch der Verein um Präsident Gernot Mang (r.) erhebt schwere Vorwürfe wegen einer zurückgezogenen Darlehenszusage. © IMAGO (2)

München – Nach dem Zwangsabstieg in die Regionalliga hat der TSV 1860 die nächste weitreichende Entscheidung getroffen. Der Mutterverein kündigte am Donnerstagabend den seit 2011 bestehenden Kooperationsvertrag mit Investor Hasan Ismaik und dessen Unternehmen HAM. Als Grund nennt das Präsidium den Rückzug Ismaiks aus Darlehensverpflichtungen, der letztlich zum Verlust der Drittliga-Lizenz geführt habe.

Mit dem Schritt schlagen die Löwen erstmals seit dem Einstieg des jordanischen Geschäftsmanns einen Weg ohne ihren langjährigen Geldgeber ein. In der Praxis könnte dies bedeuten, dass künftig eine Mannschaft des e.V. in der Regionalliga Bayern antritt. Die entsprechende Zulassung des Bayerischen Fußball-Verbandes liegt bereits vor.

Auslöser der Entwicklung war der „Schwarze Mittwoch“. Die vom Deutschen Fußball-Bund geforderten Finanzmittel in Höhe von 2,7 Millionen Euro konnten nicht fristgerecht nachgewiesen werden. Der TSV 1860 erhielt deshalb keine Zulassung für die 3. Liga und muss wie schon 2017 in die Regionalliga absteigen.

Welche rechtlichen und finanziellen Folgen die Kündigung des Kooperationsvertrags hat, ist noch offen. Ebenso die Frage, wie der künftige Spielbetrieb in der Regionalliga gesichert werden soll. Klar ist jedoch: Nach 15 Jahren gemeinsamer und oft konfliktreicher Geschichte stellt sich der Traditionsverein neu auf.

Ismaik war 2011 als Investor bei 1860 eingestiegen. Nach eigenen Angaben hat er seither 80 Millionen Euro in den Club investiert. Die Beziehung war jedoch von tiefen Konflikten, gescheiterten Einigungen und etlichen finanziellen Krisen geprägt.ULK»SPORT

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