Südkoreas Präsident sieht Demokratie bedroht

von Redaktion

Seoul – Südkoreas Präsident Lee Jae Myung hat die organisatorischen Mängel rund um die am vergangenen Mittwoch abgehaltenen Regional- und Kommunalwahlen scharf kritisiert. „Das war absurd. Selbst für Menschen in weniger entwickelten Demokratien dürfte es kaum vorstellbar sein, dass Bürger nicht wählen können, weil keine Stimmzettel vorhanden sind“, sagte Lee in Seoul. Bei den Wahlen waren an 50 Wahllokalen die Stimmzettel vorübergehend ausgegangen – in 22 musste der Wahlbetrieb vorübergehend unterbrochen werden.

Seit mittlerweile fünf Tagen in Folge kommt es in der Hauptstadt Seoul wegen des Wahlskandals zu Protesten. Mehrere tausend Demonstranten fordern Neuwahlen und sehen ihre demokratischen Rechte durch den Stimmzettelmangel verletzt. Einige von ihnen behaupten zudem, dass die Regional- und Kommunalwahlen möglicherweise manipuliert wurden. Die meisten der Demonstranten sind junge Menschen in ihren 20ern und 30ern. Am Montag begannen die Behörden auf Anweisung von Präsident Lee eine großflächige Untersuchung.

Die linke Regierungspartei (DP) konnte bei den Wahlen einen Erdrutschsieg einfahren und holte in 12 von 16 Regionen die meisten Stimmen. Die konservative PPP hingegen schnitt schwach ab.

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