München – Ein trauriges Erbe aus der Corona-Zeit wirkt nach: In der deutschen Gesellschaft fühlen sich junge Erwachsene besonders oft einsam. In einer neuen, repräsentativen Umfrage berichteten 42 Prozent der Menschen im Alter zwischen 21 und 30 Jahren von Einsamkeitsgefühlen, bei den Befragten zwischen 31 und 54 Jahren lag der Anteil mit 31 Prozent deutlich niedriger. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden veröffentlichte die Zahlen am Montag zu einer Aktionswoche gegen Einsamkeit.
Das Gefühl des Alleinseins, gerade unter jungen Menschen, hatte in der Corona-Zeit von 2020 bis 2022 stark die öffentliche Debatte bestimmt. Seither hat sich das Stimmungsbild nur geringfügig verändert, wie die Zahlen belegen. 2022 hatten die Werte 45 Prozent in der jungen Gruppe und 33 Prozent bei den über 30-Jährigen betragen. Damit zeige sich, dass die sozialen Corona-Folgen „besonders für die Generation Z zu einer anhaltenden psychosozialen Belastung zu werden scheinen“, sagte Expertin Sabine Diabaté. Die Generation Z umfasst Personen, die zwischen 1995 und 2012 geboren wurden. Die Untersuchung fußt auf der Freda-Langzeitstudie zu Beziehungen und Familienleben in Deutschland, für die zweimal jährlich rund 30.000 Personen befragt werden.