Ärger über Riesen-Panne bei Bahn

von Redaktion

Totalausfall nach Technikfehler: „Ganzes System in beklagenswertem Zustand“

München – Nach dem deutschlandweiten Totalstillstand der Bahn in der Nacht auf Mittwoch fordert die Politik parteiübergreifend Aufklärung. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder zeigte sich massiv verärgert. Sollte es sich um Probleme mit Hardware-Komponenten oder um ein Update-Problem eines Servers handeln, müsse die Bahn ihre Systeme so aufstellen, dass sich das nicht wiederhole, sagte der CDU-Politiker. Die Probleme zeigten, dass die Systeme der Bahn dringend modernisiert werden müssten, sagte der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Tarek Al-Wazir (Grüne).

Die Bahn nennt Probleme beim Zugfunk GSM-R als Grund für den zweistündigen Stillstand. Bei der Wartung einer Kernkomponente des Bahnfunks sei ein Fehler aufgetreten, sagte der Chef der DB InfraGo, Philipp Nagl. Bevor die für solche Fälle vorgesehenen Rückfallebenen hätten genutzt werden können, habe man erst die Ursache finden müssen. Was beim Tausch der technischen Komponente schiefgelaufen sei, werde untersucht. Einen Cyberangriff schließt die Bahn aus.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) erklärte, die Panne zeige, „in welchem beklagenswerten Zustand das System der Deutschen Bahn“ sei. Die Bahn-Infrastruktur benötige „ein großes Update“. Bei einem Ausfall dieser Größenordnung erwarte er ein „tragfähiges Notfallkonzept“. Bei der Verkehrsministerkonferenz im Oktober im Allgäu werde er DB-Chefin Evelyn Palla mit dem Problem konfrontieren.DW

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