Schulen fordern mehr Hitzeschutz

von Redaktion

„Unzureichend vorbereitet“ – Wachsende Sorge auch um Pflegeheimbewohner

München – Angesichts von Temperaturen an der 40-Grad-Grenze beklagen Lehrer- und Elternverbände fehlenden Hitzeschutz an Schulen. „Viele Schulen sind auf extreme Temperaturen unzureichend vorbereitet“, kritisierte der Vorsitzende des Bayerischen Elternverbands (BEV), Martin Löwe.

„Es fehlen verbindliche Standards beim Hitzeschutz“, bemängelte auch Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands und Leiter eines Gymnasiums im Landkreis Augsburg, gegenüber unserer Zeitung. „Es gibt von der Politik weder Leitlinien für Schulen zum Hitzemanagement noch Vorschriften für die bauliche Mindestausstattung von Schulen.“ Klimaanlagen sollten bei Neubauten oder Sanierungen selbstverständlich sein. „Jede Schule muss in Zukunft über zumindest einige klimatisierte Räume verfügen können“, betonte Düll.

Auch in den Pflegeheimen gibt es große Lücken beim Hitzeschutz. Nach Einsätzen von Rettungskräften in mehreren Heimen wird Kritik laut. „Wieder leiden viele der 800.000 Pflegeheimbewohner unter den extremen Temperaturen“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Hitzeschutzpläne wirkten nicht. „Die Konzepte enden dort, wo der Patientenschutz Geld und Personal kostet.“ In Krefeld wurden Heimbewohner aus Räumen mit bis zu 50 Grad geholt. Brysch rief die Bundesminister für Gesundheit und für Umwelt dazu auf, mehr Geld für die Anpassung an den Klimawandel in die Hand zu nehmen. „Auch die Länder stehen in der Verantwortung“, sagte er. Am Sonntag wurde mit 41,7 Grad den dritten Tag in Folge eine neue Höchsttemperatur in Deutschland gemessen.EPD/KNA/OSS

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