Polizisten entschuldigen sich bei Demonstranten

von Redaktion

Hamburg – Neun Jahre nach den Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel in Hamburg haben sich zwei Polizisten zu Beginn eines Prozesses bei einem Gewaltopfer entschuldigt. Das Verfahren am Amtsgericht Hamburg ist laut Staatsanwaltschaft das erste dieser Art; alle weiteren gegen Beamte wurden demnach eingestellt.

Angeklagt sind drei Polizeibeamte, denen die Staatsanwaltschaft vorwirft, einen Mann auf dem Bismarck-Denkmal der Hansestadt mit Schlagstöcken und Fäusten geschlagen und verletzt zu haben. Es bestehe der Verdacht der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung im Amt. Der Mann trug Prellungen und Hämatome davon.

Zwei der drei Angeklagten räumten ein, dass ihr Vorgehen aus heutiger Sicht nicht gerechtfertigt gewesen sei. Beide entschuldigten sich beim anwesenden Opfer und boten jeweils 500 Euro Schmerzensgeld an. Das Opfer nahm die Entschuldigungen an und erklärte vor Gericht, diese bedeuteten ihm mehr als das Geld. Einer der Angeklagten übergab die 500 Euro Schmerzensgeld noch im Gerichtssaal. Während des G20-Gipfels im Juli 2017 eskalierten Proteste im Schanzenviertel und in Altona gegen die Veranstaltung. Autos wurden beschädigt, Geschäfte zerstört.

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