München – In der Landeshauptstadt verschärft sich trotz eines Unwettertags mit heftigem Regen die Lage bei der Wasserversorgung. Die Situation sei „angespannt“, sagte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) gestern im Stadtrat. Ursache sind anhaltend geringe Niederschläge bei gleichzeitig hohem Verbrauch infolge der jüngsten Hitzewelle.
Die Grundwasserpegel rund um München seien „im Tiefflug“, sagte Hermann Löhner von den Stadtwerken bei einer Debatte im Rathaus. Dieser Trend sei bereits seit Längerem zu beobachten. Die Stadtwerke hatten die Bürger bereits zum Wassersparen aufgerufen. Auch die Verwaltung beschloss Sparmaßnahmen: Unter anderem werden zehn der 150 Zierbrunnen abgeschaltet, darunter der Fischbrunnen. Das soll 43 Prozent des Wasserverbrauchs aller Brunnen einsparen.
Aus Sicht der Stadt werden diese Maßnahmen aber nicht ausreichen. Vor allem die Bürger seien gefragt. „Alle sind angehalten, zu sparen“, sagt OB Krause – etwa durch den Verzicht auf Rasenbewässerung. Sollten die Appelle nicht ausreichen, seien weitere Maßnahmen möglich. Heute kommt nun erstmals eine Taskforce der Stadt zusammen, die Sparmaßnahmen koordinieren soll – bei Bedarf gemeinsam mit der Regierung von Oberbayern sowie Vertretern von Umlandkommunen und Landkreisen. Tatsächlich hatten zuletzt auch mehrere Umland-Gemeinden ihre Bürger zum Wassersparen aufgefordert.
Die Landtags-Grünen forderten indes Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf, das Thema Wasser zur Chefsache zu machen. Fraktionschefin Katharina Schulze: „Er muss jetzt dringend einen Wasser-Krisenstab einberufen.“LIM