München – Es ist die bisher vielleicht größte Überraschung im ohnehin schon turbulenten Vorfeld des Oktoberfests. Gut zwei Monate vor dem Anzapfen ist bekannt geworden: Wirt Alexander Egger verzichtet darauf, sein kleines Zelt auf der Wiesn aufzubauen. Er hatte für seine Münchner Stubn (440 Plätze) zwar den Zuschlag der Stadt bekommen, ließ nun aber die Frist für die Unterschrift des Vertrags verstreichen.
Egger hatte schon in den Wochen und Monaten zuvor für großen Wirbel in den Fest-Vorbereitungen gesorgt. Mit seinen Bewerbungen für größere Zelte hatte er sich nicht durchgesetzt und war in der Folge juristisch gegen das Vergabesystem vorgegangen – insbesondere mit der Frage, ob große Zelte nicht EU-weit ausgeschrieben werden müssten.
Der Gastronom, der auch das Restaurant „Münchner Stubn“ am Hauptbahnhof betreibt, machte sich mit seinem Vorgehen rund ums Oktoberfest offenbar nicht viele Freunde: Bei der Arbeitsgemeinschaft der kleinen Wirte ist er hochoffiziell nicht mehr erwünscht, bei der Dehoga und der Tourismus-Initiative trat er selbst von wichtigen Posten zurück.
Dass sich Egger nun für heuer auch von der Wiesn zurückzieht, findet Wirtesprecher Christian Schottenhamel „eigentlich nur konsequent“. Er sei gespannt auf den Nachrücker. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich beim möglichen Nachfolger um Klaus Bartl, der den Campingplatz Thalkirchen und den Almwirt in Haar betreibt.
Die Stadt München möchte nun schnell Klarheit schaffen. OB Dominik Krause (Grüne) sagt: „Wir werden die freie Fläche zeitnah an einen anderen Bewerber vergeben.“SKA, RMI»MÜNCHEN