Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdiensten kümmern sich vor dem Welfen-Gymnasium um die Schüler. © Lennart Preiss/dpa
Schongau – Ein mutmaßlicher Amoklauf hat am Mittwochmittag Schongau erschüttert. Ein 16-Jähriger wurde festgenommen. Er soll an einem Schulzentrum zwei 13 Jahre alte Mädchen mit einem Messer schwer verletzt haben. Laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen ehemaligen Schüler des Gymnasiums. Er befindet sich in Untersuchungshaft.
Nach einem Notruf über eine Gewalttat am Welfen-Gymnasium nahe der Schongauer Altstadt gegen 12.50 Uhr rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an. Mehrere Hubschrauber kreisten über der Stadt, schwer bewaffnete Spezialkräfte sicherten das Schulgelände. Dieses wurde durchsucht, um auszuschließen, dass sich dort ein weiterer Täter befand. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, den Bereich zu meiden. Die Schülerinnen und Schüler wurden teilweise in benachbarte Gebäude gebracht, zum Teil mussten sie in ihren Klassenzimmern ausharren, bis die Polizei Entwarnung geben konnte.
Nach Angaben der Ermittler war der Tatverdächtige mit einem Messer und einer Pistole bewaffnet. Tatwaffe sei das Messer gewesen. Die Pistole habe nach einem abgegebenen Schuss – der niemanden verletzte – versagt, teilte Dobrindt mit. Es handle sich um einen 16-jährigen EU-Staatsbürger, der noch bei seinen Eltern lebe und in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung gewesen sei, hieß es. Die elterliche Wohnung wurde noch am selben Tag durchsucht. Das Motiv blieb zunächst unklar. Laut Dobrindt waren die beiden Mädchen zufällige Opfer. Beide befinden sich inzwischen außer Lebensgefahr.
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigte sich erschüttert und sprach den Opfern und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus. „Solch eine schreckliche Tat reißt nicht nur sichtbare, sondern auch viele unsichtbare Wunden. Die Heilung der Seelen wird lange dauern.“