Wirtschaft will neue Klimaziele

von Redaktion

RWE-Chef: Deutschland soll erst 2050 klimaneutral werden – Kritik aus SPD

Berlin/München – Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik fordern, dass Deutschland erst 2050 klimaneutral werden soll. Bisher war als Zieljahr 2045 geplant – fünf Jahre früher als das EU-Ziel. RWE-Vorstandschef Markus Krebber sagte der „Welt am Sonntag“, das sei nötig, um die deutsche Industrie zu entlasten. Der bisherige deutsche Sonderweg verteuere den Standort, ohne zusätzliche Klimawirkung zu erzielen. Das deutsche Klimaziel sollte deshalb „dem europäischen Ziel angeglichen werden“, forderte der RWE-Chef.

Auch die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) plädiert in einem Positionspapier dafür, den Reduktionspfad im europäischen Emissionshandel an das EU-Klimaziel 2050 anzupassen. Die Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT, Gitta Connemann, sprach sich ebenfalls für einen „realistischeren“ Zeitplan aus. Von Grünen und SPD kommt Widerspruch. Das Bundesverfassungsgericht habe 2021 „sehr deutlich gemacht, dass wir die Lasten des Klimaschutzes nicht auf morgen verschieben dürfen, nur weil das heute vorgeblich bequemer ist“, sagte der umwelt- und klimapolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jakob Blankenburg, der Nachrichtenagentur AFP. „Wer jetzt großzügig Emissionsrechte verteilt, nimmt jungen Menschen die Freiheit von morgen.“

Bayerns Wirtschaft unterstützt die Initiative für eine Verschiebung des Klimazieles um fünf Jahre auf 2050 hingegen. „Innerhalb eines Wirtschaftsraumes zwei verschiedene Ziele zu verfolgen, ist in sich widersprüchlich“, sagte Bertram Brossardt von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw).DPA/AFP/HÖSS»WIRTSCHAFT

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