Schwere Vorwürfe gegen Spahn

von Redaktion

Leihmutterschaft in USA: Selbst Parteifreunde fordern Rücktritt als Fraktionschef

Berlin/München – Nach der Bekanntgabe seiner Elternschaft wird scharfe Kritik an Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) laut, weil er und sein Mann in den USA eine Leihmutter eingesetzt haben. Er umging damit das strikte gesetzliche Leihmutterschafts-Verbot in Deutschland, für das er als ehemaliger Gesundheitsminister mitverantwortlich ist. Sogar mehrere CDU-Parteifreunde fordern seinen Rücktritt. Er selbst lässt seine Zukunft offen.

Spahn sei „nicht mehr tragbar und muss zurücktreten“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef Daniel Peters der „Bild“. Er setze „sich in voller Absicht über in Deutschland geltendes Recht hinweg“. Der Chef der Senioren-Union, Hubert Hüppe, zeigte sich „persönlich geschockt“. Die Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion, Mechthild Heil, sagte: „Frauen dürfen weder zum Sex gekauft noch als Brutkasten missbraucht werden.“

Bayerns Frauen-Unions-Vorsitzende Ulrike Scharf (CSU) sagte unserer Zeitung, Leihmutterschaft sei in Deutschland verboten, daran sehe sie keinen Änderungsbedarf. Ohne Spahn zu nennen, kritisierte die bayerische Familienministerin: „Finanzielle Möglichkeiten dürfen nicht über moralische Grundsätze gestellt werden.“ Der Preis einer Leihmutterschaft in den USA wird auf sechsstellige Höhe geschätzt.

Aus der ersten Reihe der Union gab es Glückwünsche für Spahn, aber politisch kaum Unterstützung. Kanzler Friedrich Merz will im CDU-Präsidium am Montag über Spahn reden, CSU-Chef Markus Söder schweigt ganz. Das Portal „Pioneer“ berichtet über Überlegungen, Spahn durch Kanzleramtschef Thorsten Frei zu ersetzen. Spahn kündigte an, im September die Fraktion über seine Zukunft entscheiden zu lassen. Familie sei ihm das Wichtigste.

CD/MIK»KOMMENTAR/POLITIK

Artikel 1 von 11