Berlin/München – Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) will Bundeskanzler Friedrich Merz die Nachfolge schnell klären und schließt einen Personalumbau in der Bundesregierung nicht aus. „Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken“, sagte er am Abend im ZDF.
Merz will eine Lösung noch im Juli. Als Kandidat Nummer eins für den Fraktionsvorsitz gilt der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU). Dann würde eine Kabinettsumbildung nötig. Über das Wochenende führte der Kanzler Gespräche mit CSU-Chef Markus Söder, der mit ihm zusammen das Vorschlagsrecht für den Fraktionsvorsitz hat. Heute leitet Merz eine digitale Sitzung des CDU-Präsidiums. Zudem beruft Interims-Fraktionschef Alexander Hoffmann (CSU) eine Schaltkonferenz des Fraktionsvorstandes ein.
Spahn war am Samstag über die Tatsache gestürzt, dass er und sein Mann mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden sind. In Deutschland wäre das verboten. In der Union hatte sich binnen 72 Stunden massiver Unmut über Spahns Umgehung dieses Verbots aufgestaut, selbst CDU-Politiker forderten seinen Rücktritt. Am Samstag, noch in den USA, beugte sich Spahn dem rasant wachsenden Druck, der nicht zuletzt vom Kanzler selbst kam.CD/MIK/AFP
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