Konkurrenz für ICE aus Italien

von Redaktion

Bahnunternehmen Italo startet 2028 in München – Milliarden-Vertrag mit Siemens

München – Die Deutsche Bahn muss sich ab 2028 auf Konkurrenz aus Italien einstellen. Das italienische Unternehmen Italo hat am Montag in München einen Vertrag mit Siemens Mobility über den Kauf von 26 Hochgeschwindigkeitszügen unterzeichnet. Mitte 2028 will Italo auf zwei Hauptkorridoren fahren: München–Köln–Dortmund sowie München–Berlin–Hamburg. „Unsere Gesamtinvestition von 3,6 Milliarden Euro zeigt, wie ernst wir es mit diesem Markt meinen“, sagte Italo-Chef Gianbattista La Rocca. Er versprach „faire Preise“, ohne hier konkret zu werden.

Es ist das erste große Bahnunternehmen, das in den deutschen Fernverkehrsmarkt einsteigen will. Bisher sind nur kleinere DB-Konkurrenten unterwegs, etwa die Westbahn und Flixtrain – letztere wollen aber ihre Investitionen mit Zügen des spanischen Herstellers Talgo ebenfalls massiv hochfahren.

Die Italo-Züge haben drei Klassen und sind bis zu 320 km/h schnell. Gebaut werden sie von Siemens im Werk Krefeld in NRW. Für Siemens, in der Bahntechnik mit der Lokomotive „Vectron“ international ohnehin auf der Erfolgsspur unterwegs, kommt der Auftrag zur rechten Zeit: Die ICE-Flotte der Deutschen Bahn, 400 Stück, gilt eher als zu groß als zu klein, weitere Bestellungen sind nicht zu erwarten. Zuletzt bestellte die DB zudem bei Talgo in Spanien. „Die Entscheidung der Italo Holding ist ein starkes Vertrauensvotum für Siemens Mobility“, erklärte deren Chef Michael Peter.

Eine offene Frage ist, ob die DB auf Italo reagiert. Die Eisenbahnergewerkschaft EVG befürchtet, dass sich die DB aus mittelgroßen Städten wie Augsburg zurückziehen könnte.DW»BAYERN

Artikel 1 von 11