Berlin – Die Deutsche Bahn verbietet das Trinken von Alkohol an allen Bahnhöfen. „Die neue Regel gilt bundesweit und wird bis zum 15. Oktober 2026 schrittweise an 5400 Bahnhöfen umgesetzt“, erklärte der Konzern. „Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt“, so Chefin Evelyn Palla. Man wolle „mehr Ordnung und Sicherheit auf unseren Bahnhöfen und in unseren Zügen“.
Die Debatte über die Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen wird seit Monaten geführt. Am Freitagabend kam es auf der Bahnstrecke von Offenburg nach Karlsruhe zu einem Vorfall, bei dem ein DB-Mitarbeiter schwer verletzt wurde. Hintergrund war offenbar die Kontrolle eines Alkoholisierten.
Bislang gilt ein Verbot von Alkoholkonsum bereits an 30 großen Bahnhöfen, darunter Hamburg, Köln und München. „Die Erfahrung dort ist eindeutig“, erklärte Palla. „Alkoholfrei heißt: weniger Gewalt und weniger Müll.“ Das Verbot betrifft den Konsum auf den Bahnsteigen sowie in Bahnhofshallen. Ausgenommen bleibt der Ausschank in der Bahnhofsgastronomie sowie das Mitführen von originalverschlossenen alkoholischen Getränken in Taschen.
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte, er finde es „erst mal positiv, dass es eine Initiative der Deutschen Bahn gibt, die Situation an Bahnhöfen zu verbessern“. Die Frage der Durchsetzung sei allerdings problematisch. Auch die Polizeigewerkschaften GdP und DPolG begrüßten den Schritt. Doch auch der DPolG-Vorsitzende Heiko Teggatz mahnte: Wer „ein flächendeckendes Alkoholverbot an Bahnhöfen“ fordere, müsse „auch personelle Voraussetzungen“ für Kontrollen schaffen. »KOMMENTAR/BAYERN