Oberwössen/München – Wegen des Brands eines Bergwalds in den Chiemgauer Alpen haben die Behörden den Katastrophenfall ausgerufen. „Wir haben uns entschieden, dass wir gleich voll durchstarten“, sagte der Traunsteiner Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) in Unterwössen nahe dem Brandort. Man brauche einen schnellen Zugriff und „schlagkräftige Hilfe“ bei der Brandbekämpfung. Aktuell seien keine Evakuierungen nötig, sagte Danzer am Nachmittag. Vorbereitungen liefen aber sicherheitshalber.
„Die Wetterlage ist nicht sehr günstig“, sagte Danzer. Deshalb sei auch Hilfe aus Österreich angefordert worden. Mit Hubschraubern und Sprinkleranlagen kämpfen seit Mittwochabend mehr als 200 Einsatzkräfte gegen die Flammen in dem unwegsamen Gelände im Gipfelbereich der Hochwand nahe der Lackenbergwand. „Es gibt zu denken, dass mittlerweile innerhalb kurzer Zeit schon mehrere Waldbrände in der Region aufgetreten sind“, sagte Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (FW). Er dankte den Einsatzkräften.
Seit einigen Tagen gehen Feuerwehrleute in weiten Teilen Europas verzweifelt gegen Waldbrände vor, die von Trockenheit und Wind angefacht werden. Hinzu kommt große Hitze. Während sich die Lage an Frankreichs Atlantikküste entspannte, rückten Einsatzkräfte in Spanien, auf Kreta und in der Türkei zu neuen Bränden aus. Auf Kreta mussten mehr als 8000 Menschen aus der Region des Ferienortes Agia Galini vorübergehend in Sicherheit gebracht werden.
Die Hitzewelle in Deutschland hält derweil wohl noch eine Woche an. In diesem Jahr sind nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) deutschlandweit bereits fast 10.000 Menschen wegen hoher Temperaturen gestorben.